spainG. Michael Hopf 

THE END

Band 1
Serie: The End

Endzeit-Thriller

PERFECT PAPERBACK
394 Seiten
ISBN: 978-3-943408-21-8
eISBN: 978-3-943408-67-6
ERSTERSCHEINUNG: 2013

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BeschreibungAutorMeinungen zum BuchJetzt reinlesen

Der Nummer-Eins-Bestseller aus Amerika!

»Eine Geschichte mit Wendungen, wie sie überraschender nicht sein können. Ein tiefer Blick in die wahre – die düstere – Seele einer selbstverliebten Nation am Abgrund ihres Seins.«

Für Gordon Van Zandt waren Treue und Pflicht gegenüber dem Vaterland so selbstverständlich, dass er direkt nach 9/11 das College hinschmiss und ins Marine Corps eintrat. Doch diesen jugendlichen Idealismus ließ er bald in einer kriegsgeschändeten Stadt im Irak zurück. Zehn Jahre später kämpft er noch immer mit den Geistern seiner Vergangenheit, als er und seine Familie plötzlich einer neuen Realität gegenüberstehen. Nordamerika, Europa und der ferne Osten erlitten einen verheerenden Super-EMP-Angriff, der vernichtende Auswirkungen auf die Stromnetze und alle elektrischen Geräte zur Folge hat. Nach dem totalen Zusammenbruch jeglicher wirtschaftlicher Infrastruktur – ohne Auto und Telefon – weiß Gordon, dass er um begrenzte und schwindende Ressourcen kämpfen muss. Gemeinsam mit befreundeten Nachbarn beschließt er, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen – und Rücksicht gegenüber anderen Menschen gehört nicht dazu.

Jeden Tag muss er Entscheidungen treffen, die in der “alten Welt“ extrem und äußerst brutal erschienen wären, nun aber überlebensnotwendig sind.


»Das Buch von Michael Hopf stellt Szenarien dar, wie sie vielleicht in ein paar Jahren wirklich realistisch sein können, beziehungsweise Ausläufer schon geschehen sind. Gerade deswegen ist dieses Buch von Anfang bis Ende fesselnd für den Leser. Man möchte es gar nicht weglegen, weil man Angst hat, in den nächsten Zeilen gleich etwas zu verpassen.« [Testmania]

G. Michael Hopf führte ein abenteuerliches Leben, bevor er eine Familie gründete und seine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte.

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5. Dezember 2014

Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier.
William Shakespeare, »Der Sturm«
 
San Diego, Kalifornien
 
Ein weiterer schöner Dezembermorgen war in Südkalifornien angebrochen. Anders als in weiten Teilen des Landes war es hier unter strahlend blauem Himmel milde 16° Celsius warm – perfektes Wetter also zum Frühsport. Gordon ließ nichts über seinen täglichen Lauf kommen. Gerade einmal zwanzig Minuten genügten, um einen klaren Kopf zu bekommen, während die Nachbarschaft zur Arbeit aufbrach, und diese Minuten spendeten ihm ein Gefühl von Zufriedenheit, ja sogar Überschwang. Während er joggte, ließ er seine Unterhaltung mit Samantha vom Vorabend Revue passieren. Er hatte ihr sein Vorhaben unterbreitet, die Familie nach Idaho zu bringen, um das Ende der andauernden Attentate in einem Umfeld abzuwarten, das sicher war und Entspannung gestattete. Sie hatte ihm ohne Vorbehalt zugestimmt und traf bereits erste Vorbereitungen für die Reise. Obwohl das bedeutete, San Diegos traumhaftem Klima zugunsten von Schnee den Rücken zu kehren, wäre er lieber schon jetzt in Idaho gewesen. Samantha und er würden nur wenige Tage zum Planen und Kofferpacken benötigen, sodass sie es bis zum Wochenende schaffen sollten. Heute morgen hatten sie den Kindern den Umzug mit der Aussicht auf weiße Weihnachten schmackhaft gemacht. Die beiden waren sehr aufgeregt, auch weil sie Idaho liebten und sich darauf freuten, im Schnee zu spielen.
An einer stark befahrenen Kreuzung musste Gordon anhalten. Er betätigte den Schalter an der Ampel und wartete geduldig darauf, dass sie für Fußgänger umsprang. Diese Zeit nutzte er zum Stretching, indem er sich auf Hüfthöhe nach vorne bückte und die Hände zum Pflaster ausstreckte, um sein Kreuz und die rückseitige Oberschenkelmuskulatur zu dehnen. Dann richtete er sich wieder auf und sah auf die Ampel. Sie war erloschen, weder rot noch weiß. Plötzlich kollidierten vor ihm zwei Autos, und bevor er den Schock darüber verwinden konnte, krachte ein drittes hinein. Daraufhin musste er zusehen, wie immer mehr Fahrzeuge aufeinander prallten. Es war eine Weile her, dass er einen Unfall gesehen hatte. Gordon stand da und glotzte auf die Wracks, bis es ihm allmählich eigenartig vorkam, wie ruhig es auf der ansonsten verkehrsreichen Straße geworden war. Dann realisierte er, dass keine der Ampeln in diesem Bereich mehr funktionierte; sie blinkten nicht einmal rot wie sonst üblich bei einem Stromausfall. Als er links die Straße hinaufschaute, hatten die Fahrzeuge dort entweder angehalten oder rollten langsam vorwärts. Der Blick nach rechts bot ihm das gleiche Bild. Stutzend runzelte er die Stirn.
»Was geht hier vor sich?«, fragte ein sichtlich verärgerter Autofahrer, nachdem er ausgestiegen war, die Tür zugeschlagen hatte und um sich blickte.
»Mein Wagen ist gerade ausgegangen und will nicht mehr anspringen«, sagte ein zweiter zu ihm.
Gordon stand da und ließ alles einfach auf sich wirken.
»Was ist das?«, rief jemand laut und deutete in den Himmel gen Osten.
Als Gordon der Richtung mit den Augen folgte, in welche der Mann zeigte, machte er eine Lichtquelle aus, die kleiner als die Sonne und nicht ganz so hell war.
Beim Starren auf diese glühende Kugel bekam er die Bemerkungen der anderen mit, während die am Unfall Beteiligten durcheinander schrien. Mancher beschwerte sich über nicht mehr funktionierende Mobiltelefone und liegengebliebene Autos.
»Oh mein Gott, es wird auf uns herabstürzen!«, kreischte eine Frau weiter unten auf der Straße, die neben ihrem Wagen stand.
Gordon drehte sich zu ihr um und folgte ihrem Blick hinauf zum Himmel. Dort befand sich ein Flugzeug im freien Fall. Es war noch weit entfernt, aber schon tief genug, um es als Verkehrsflugzeug zu identifizieren. Es sah wie ein Spielzeug aus, während es nach unten sauste. Das gesamte Szenario mutete surreal an. Er stand wie erstarrt da und verfolgte den Absturz, bis der Flieger an einem Hang in der Ferne aufschlug und in einem roten Feuerball explodierte.
Schreie des Entsetzens folgten auf den Crash. Viele der Menschen rings um Gordon waren wie vom Blitz getroffen durch das, was sie gerade erlebt hatten. Endlich überwand er seine vorübergehende Lähmung und lief los – nach Hause. Er wollte so schnell er konnte zurückkehren.
Auf dem Weg nach Hause besann sich Gordon seiner militärischen Ausbildung. Er begann, die Lage einzuschätzen, wobei seine Anhaltspunkte zusehends ein Bild ergaben. Sein Herz klopfte heftig. Wohin er sah, standen Leute vor ihren Autos und hielten ihre Handys in die Luft. Alles erschien so unwirklich, doch er hatte das Gefühl, zu wissen, was geschehen war.
Dass seine Heimatstadt Opfer eines Anschlags geworden war, wusste er, doch er konnte nicht einschätzen, ob es noch schlimmer kam. Nachdem er die Anhöhe hinaufgelaufen war, von der aus er den Bezirk meilenweit überblicken konnte, entdeckte er in der Ferne Rauch sowie gewaltige Flammen, die in den Himmel züngelten. Es brannte zwar in weiter Entfernung, doch was dort geschehen war, hatte weitreichende Auswirkungen. An der Kreuzung, die in sein Wohngebiet führte, war die Straße mit defekten Fahrzeugen verstopft und von Glassplittern und Schrott im Zuge zahlloser Unfälle übersät. Die Beleuchtung funktionierte ebenfalls nicht, und die Wachposten an der Schranke vor dem Bezirk waren in Gespräche mit den Besitzern der geschädigten Wagen vertieft. Sonst war niemand zu sehen.
Im Vorbeilaufen bekam Gordon die nüchterne Schilderung eines Wachmanns mit: »Ma'am, es handelt sich nur um einen Ausfall des Strom- und Telefonnetzes. Ich bin mir sicher, dass man das Problem schnell beheben wird, also bewahren wir einen kühlen Kopf.«
Am Eingang für Fußgänger öffnete Gordon mit seinem Schlüssel und lief weiter. Endlich erreichte er seine Straße, wo die Nachbarn vor ihren Häusern standen und mit ihren Mobiltelefonen beschäftigt waren. Sie tippten darauf herum, wohl in der Hoffnung, sie irgendwie wieder einzuschalten.
Ohne sein Lauftempo zu verringern, rief er. »Geht zurück in die Häuser! Verschwindet nach drinnen und bleibt in Deckung!«
Niemand hörte auf ihn; alle standen wie angewurzelt herum, schauten verwirrt und fassungslos drein. Nach mehreren anstrengenden Meilen hatte Gordon es nun bis zu seiner eigenen Haustür geschafft. Er keuchte, zitterte und musste sich um einen klaren Blick bemühen, als er seine Schlüssel zückte. Seine Handflächen und Finger waren schweißfeucht, was es nicht einfacher machte, den richtigen Schlüssel zu finden.
»Komm schon, verdammt!«
Während er noch mit dem Schlüsselbund haderte, machte Samantha ihm auf. Sie verharrte im Türrahmen, Haley an einer Seite und Hunter auf der anderen, wo er sich an ihr Bein klammerte.
»Was geschieht hier? Nichts funktioniert mehr!«, begann sie in dringlichem Ton. Sie war eindeutig nervös. Die Anschläge der vergangenen Monate hatten sie aufgekratzt, und dies nun gab ihr den Rest.
Gordon trat ein. »Folgt mir«, gebot er streng, als er sie auf der Schwelle streifte.
Sie gehorchte ohne Zögern, pochte aber auf eine Antwort. »Was ist los?«
»Samantha, ich habe keine Zeit, das alles zu erklären. Bitte hör einfach auf mich.« Gordon führte sie zu den eingebauten Arbeitsplatten in der Küche. »Ich will, dass ihr euch darunterlegt und wartet, bis ich zurückkomme.«
»Gordon, warum? Bitte weih mich ein.« Samantha riss die Augen weit auf, ihr Gesichtsausdruck zeugte von Angst. Ihre Anspannung und Hast entgingen den Kindern nicht, weshalb Haley zu weinen anfing.
Samantha küsste sie und redete sanft auf sie ein: »Alles wird gut, Liebes. Versprochen.«
»Ich hab Angst, Mama«, schluchzte das Mädchen, verbarg sein Gesicht an ihrer Schulter und schlang die Ärmchen um ihren Hals.
»Ich auch, Mama«, druckste Hunter kurz darauf. Er weinte zwar nicht, doch die Beklommenheit stand auch ihm ins Gesicht geschrieben.
»Bitte Sam, folge meinen Anweisungen und vertrau mir. Taucht dort unter und wartet auf mich.«
»Wohin gehst du? Weshalb lässt du uns allein?«, drängte Samantha und weigerte sich, seinen Arm loszulassen.
»Liebes, ich werde nicht aus dem Haus gehen, sondern bereite nur etwas vor. Es dauert nur ein paar Minuten.«
»Bitte verlass uns nicht, Gordon«, flehte sie und packte seinen Unterarm vor schierer Verzweiflung noch fester.
Er kniete sich zu ihnen und umarmte alle drei. »Ich schwöre, ich bin gleich wieder zurück.« Nachdem er Samantha noch einmal geküsst hatte, sprang er auf und schritt zügig durch den Raum.
Gordon stöpselte den Abfluss zu und ließ Wasser ins Spülbecken laufen, derweil er ins nächste Bad rannte und auf der dortigen Toilette das Gleiche tat. So verfuhr er im gesamten Haus – Abläufe verschließen und Wasserhahn aufdrehen. Als er in die Küche zurückkehrte, kauerte seine Familie noch immer artig unter der Arbeitsfläche und hielt aneinander fest. Sie blickten zu ihm auf, wobei ihre Bestürzung offensichtlich war.
»Bin fast fertig, hört ihr?«, rief er ein wenig zu ausgelassen, in dem Versuch, sie zu beruhigen, als er die Vorratskammer betrat.
Von dort trug er jede Kanne, alle Gefäße und Gläser in der Küche zusammen, um sie mit Wasser zu füllen. Seine Hände zitterten. Auch er fürchtete sich, wusste aber, dass hieran kein Weg vorbeiführte. Er musste so viel Wasser wie möglich sammeln. Seine Vorahnung bezüglich des Attentats schloss mit ein, dass Wasser demnächst knapp werden würde.
Gordon sann über die unzähligen Male nach, da er versucht gewesen war, einen 2.000-Liter-Trinkwassertank zu kaufen, es aber nie getan hatte. Ehe er sich Vorwürfe machen konnte, verdrängte er den Gedanken. In einer solchen Situation durfte man nicht reuig zurückblicken, sondern musste geistesgegenwärtig sein und auf die Zukunft hinarbeiten. Als alle Behälter gefüllt waren, kehrte er zu seiner Familie zurück.
Er setzte sich neben sie auf den Boden, woraufhin Samantha seine Hand packte und um Ruhe bemüht erneut fragte: »Gordon, was ist los?«
So gerne er seiner Frau die Angst nehmen und Zuversicht ausstrahlen wollte, erachtete er es doch als seine Pflicht, ehrlich zu sein. »Wir erleben wohl gerade einen Anschlag, der die Elektrizität und alle technischen Geräte lahmgelegt hat. Normalerweise geht so etwas einem Atomangriff voraus.«
Sie drückte fest seine Hand und suchte seinen Blick. »War es das etwa? Soll es so zu Ende gehen?«
»Ich …« Gordon stockte. »Sam, im Ernst: Ich weiß es nicht. Ich kann nur aus dem schließen, was ich gelesen habe, beziehungsweise mich auf eine Ausbildung berufen, die ich vor Jahren absolviert habe. Ich liebe euch, und falls es nun soweit ist, sterben wir wenigstens gemeinsam.«
Sie umarmten einander, schwiegen und lauschten dabei in die Stille hinein, die sie umgab.
So verging eine Stunde, ohne dass ihnen etwas Bemerkenswertes auffiel. Gordon ging davon aus, dass die Bombe nicht fallen wird.
»Ich schätze, die Luft ist rein«, sagte er, und sie krochen unter der Arbeitsfläche hervor, um sich zu strecken.
»Was nun?«, fragte Samantha.
»Mama, ich muss aufs Klo«, quengelte Haley und fasste sich in den Schritt.
»Sicher, Liebes. Geh nur«, entgegnete ihre Mutter, indem sie den Kopf des Mädchens tätschelte.
»Passt auf, ich lasse das jetzt noch durchgehen, aber wir dürfen die Toiletten nicht mehr benutzen«, mahnte Gordon.
»Wieso?«, wunderte sich Samantha sichtlich verdutzt.
»Wenn passiert ist, was ich vermute, werden die Rohre bald verstopfen, sodass das System nicht mehr richtig funktioniert. Außerdem sollten wir mit dem Wasser haushalten.«
»Und was schlägst du stattdessen vor?«, drängte Samantha, nicht ohne kritischen Unterton.
»Hey Sam, ich mag das genauso wenig wie du, aber eventuell müssen wir eine Latrine im Garten bauen.«
»Was, du willst dein Geschäft draußen machen?«
»Ja, bis wir herausgefunden haben, was vor sich geht«, antwortete Gordon lapidar.
»Mensch, das ist doch lächerlich!«, brauste sie auf.
Gordon trat vor die Spüle, nahm sich eines der vielen Gläser und trank es leer. Nachdem er es wieder abgestellt hatte, fuhr er fort: »Samantha, es reicht; wenn etwas Schlimmes vorgefallen ist, passt man sich dem entweder an oder man muss sterben.«
»Sterben?«
»Daddy, werden wir sterben?«, fragte Hunter, der noch neben der Anrichte stand.
»Nein, Schatz. Das wollte ich deiner Mama damit nicht sagen«, versicherte Gordon in sanftem, gänzlich anderen Ton als zuvor. Dann ging er zu seinem Sohn und kniete sich hin. »Nimmst du deine Schwester mit ins Spielzimmer? Vertreibt euch die Zeit, damit Mama und Papa in Ruhe reden können, bitte.«
»Na gut, Daddy, aber krieg ich zuerst etwas Saft?«
Gordon vergegenwärtigte sich die Unschuld der Kinder. Hunter hatte keinen blassen Schimmer davon, dass dies womöglich das Ende der Welt bedeutete, und wollte eben Saft. Gordon streichelte ihm die Wange. »Klar, Sohnemann. Schnappt euch zwei Trinkpäckchen aus dem Abstellraum.«
Hunter tat, wie ihm geheißen, und wartete vor dem Bad, bis Haley fertig war. Als sie die Tür öffnete, nahm er sie bei der Hand und ging mit ihr zum Spielzimmer.
»Jetzt können wir uns unterhalten«, sagte Gordon zu Samantha.
Sie gingen zur Couch und nahmen Platz. Keiner von beiden konnte sich entspannen, sodass sie verkrampft am vorderen Rand der Polster hockten.
Gordon begann überstürzt: »Ich glaube Folgendes: Dir ist wohl klar, dass wir uns seit einigen Monaten nicht vor Terroristen retten können, oder? Tja, heute sind wir mit einer viel mächtigeren Waffe angegriffen worden. Beim Joggen sah ich Autos ausgehen und nicht wieder anspringen, Straßenlaternen erlöschen und ein Flugzeug vom Himmel fallen. Hier daheim ist der Strom weg, und dein Handy lässt sich nicht wieder einschalten. Nichts funktioniert. Ich vermute, es handelt sich um einen EMP-Anschlag.«
»EMP?«, unterbrach Samantha.
»Das steht für Elektromagnetpuls«, erklärte er schnell. »Dabei werden im Grunde genommen alle Elektrogeräte überspannt und unbrauchbar. Deswegen funktionieren dein Telefon, das Licht oder die Fahrzeuge nicht mehr. Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass das gesamte lokale Stromnetz zusammengebrochen ist. Das Ausmaß des Schadens kann ich nicht einschätzen, weil ich dazu hinausgehen und mich erkundigen müsste, aber ich denke, ich liege richtig.«
»Und wann bekommen wir wieder Strom?«
»Das hängt wirklich davon ab, ob es örtlich begrenzt ist, nur für unsere Region gilt oder das ganze Land betrifft. Letzteres wäre der schlimmste Fall und könnte bedeuten, dass uns monatelang, wenn nicht sogar über ein Jahr hinweg, keine Elektrizität zur Verfügung steht.«
Samantha warf unbeherrscht ein: »Ein ganzes Jahr! Wie sollen wir überleben? Wie wird es weitergehen?«
»Wie gesagt, Sam: Ich weiß es nicht. Zuerst will ich nun nachsehen, ob es unser Auto vielleicht überstanden hat. Falls ja und weil es hell draußen ist, werde ich versuchen, ins Kaufhaus zu fahren und alles zu besorgen, was wir langfristig brauchen.«
Gordon rutschte dichter zu seiner Frau hinüber und legte seine Hand auf ihre. Sie war aufgewühlt, also musste zumindest er besonnen erscheinen – der Fels in der Brandung. Um sie zu trösten, behauptete er: »Wir werden das durchstehen, versprochen.«

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The End 2 - Der lange Weg - G. Michael HopfThe End 3 - Zuflucht - G. Michael HopfThe End 4 - G. Michael HopfThe_End_5_Hopf

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