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Martin Krist

DER TOD STECKT IM DETAIL
Short Crime mit Kommissar Kalkbrenner

Kriminalgeschichten 

TASCHENBUCH
200 Seiten
ISBN: 978-3-95835-097-7
eISBN: 978-3-95835-098-4
ERSTERSCHEINUNG: 2015

TaschenbuchE-Book EPUBE-Book MOBI (Kindle)

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BeschreibungAutorMeinungen zum BuchJetzt reinlesen

Ein Polizist mit einer Knarre am Kopf. Ein Kronzeuge auf der Flucht. Ein Weichei als Killer. Und ein Hausdrache, der endlich Urlaub macht. – Dreizehn Mal Hochspannung vom Berliner Thriller-Autor Martin Krist.

Exklusiv: der brandneue Kommissar Kalkbrenner-Fall »Der Tod steckt im Detail«.


»Martin Krist ist der wirklich böse Bube unter den deutschen Thriller-Schreibern.«Claudia Keikus, Berliner Kurier

Martin Krist, geboren 1971, lebt als Schriftsteller in Berlin. Er arbeitete viele Jahre als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften.

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»Das Lesevergnügen war unglaublich! Mehrmals konnte mich Martin Krist mit einer Wende völlig überraschen, es gab mehrere Hammer-Momente, und ich konnte das Buch buchstäblich kaum aus der Hand legen. Viel zu schnell war ich durch die Storys hindurch und musste erst einmal eine Nacht darüber schlafen und die Geschehnisse verarbeiten.« [Sunsys Blog]

»Jeder Plot hat seine Feinheiten, der Autor spielt mit verschiedenen Erzählperspektiven, lockt einen, jagt einen, hält einen auf Distanz, jede Geschichte hat ihre Raffinesse und im letzten Satz versteckt sich oft der große Aha-Moment. Der Teufel steckt eben im Detail! Der Tod, pardon, der Tod steckt im Detail!« [Katja Rittig, Wortgestalt]

»Die Krimisammlung bietet kurzweilige Unterhaltung und facettenreiche Stories, die allesamt auf ihre Weise zu begeistern wissen.« [Sandra Marquardt, Rainbows in Paradise]

»Kurzkrimis sind eine spezielle Herausforderung für den Autor, denn hier möchte man bereits während des Lesens miträtseln, Motiv und/oder Täter erkennen. Martin Kirst gelang es, mit den meisten der 16 Geschichten, mich zu überraschen.« [Lise Lotte, Liselotteratur]

»Interessant mit mindestens einer unerwarteten Wendung in petto ist der gute Lesefluss mehr als garantiert.« [Simone Möller, Ninis Kleine Fluchten]

»Für Fans des Autors ist diese Krimisammlung unverzichtbar, gibt sie doch einen breiten Einblick in sein schriftstellerisches Können und sorgt für ein willkommenes Wiedersehen mit beliebten Figuren. Genauso empfehlenswert ist die Sammlung jedoch auch für Neuleser, die hier sehr gut feststellen können, dass es sich wirklich lohnt, einen Thriller von Martin Krist zur Hand zu nehmen.« [Kerstin Thieme, Kerstins Bücherreich]

»Kriminell gute Kurzgeschichten!« [Kerstin Stutzke, Lesendes Katzenpersonal]

»Diese Kurzgeschichtensammlung ist die volle Punktzahl wert.« [Bianca Gassner, Genuss Fee]

»Martin Krist kann es auch kurz und spannend.« [Denise Börner, Tapsis Buchblog]

»Ein kleiner Leckerbissen für Fans von Martin Krist und für alle anderen eine gute Gelegenheit, den ›bösen Buben‹ aus Berlin in seiner Vielseitigkeit kennenzulernen.« [Martina Meyen, Eselöhrchen]

Urlaub

An der Friedrichstraße stieg Paul Kalkbrenner aus dem Auto und der Ostwind erwischte ihn frontal. Es fühlte sich an, als bohrten sich scharfe Klingen in seinen Körper. Er brauchte einen Augenblick, um sich aus der Erstarrung zu lösen. Hastig knöpfte er den Mantel bis zum Kragen zu. Seine Finger schmerzten unter der Kälte. Er rieb die Handflächen aneinander.
  »Hast du keine Handschuhe dabei?«, fragte Sera Muth.
  »Daheim vergessen.«
  »Soll ich dir meine leihen?«
  Kalkbrenner musterte seine junge Kollegin, die einen Kopf kleiner war als er. »Die passen nicht.«
  »Sicher?«
  Er nickte und setzte sich in Bewegung. Der Wind schlug ihm mit einer Peitsche ins Gesicht, schälte ihm mit einem Reibeisen die Kopfhaut. Sein Atem war eine dichte, eisige Wolke vor den Lippen, als Kalkbrenner knurrte: »Scheiß Winter.«
  »Also ich mag ihn«, meinte Muth.
  »Du hast ja auch Handschuhe.«
  Muth schmunzelte. »Du wolltest sie nicht.«
  Kalkbrenner rieb sich mit der Hand den schmerzenden Schädel. »Eine Mütze wäre mir lieber.«
  Er blieb stehen, weil ein Streufahrzeug der BSR vorbeirumpelte und im hohen Bogen Granulat über die Friedrichstraße verteilte. Verärgert wischte er sich einige Splitter vom Mantel, bevor er die Krausenstraße überquerte. Gefolgt von seiner Kollegin, die kaum Schritt mit ihm halten konnte, strebte er der Gedenkstätte Checkpoint Charlie entgegen, die keine 300 Meter entfernt lag. Sie passierten die ersten Straßenhändler, die trotz der tiefen Temperaturen ihren Ramsch auf Holztischen ausgebreitet hatten.
  »Sieh mal!«, rief Muth.
  »Was?«, brummte Kalkbrenner, der stehenblieb, als er merkte, dass seine Kollegin ihm nicht mehr folgte. Sie deutete auf einen der Trödeltische, auf dem der gleiche Plunder wie auf allen anderen lag – zersprengte Brocken der Berliner Mauer, bleiche Orden und Anstecker der NVA, löchrige Uniformen der Volkspolizei. Selbst die Verkäufer, die mit den wenigen Kunden feilschten, die es in die Friedrichstraße verschlagen hatte, wirkten mit ihren Pudelmützen, den Wollschals und grünen Militärmänteln wie übergroße DDR-Überbleibsel.
  »Was?«, wiederholte Kalkbrenner, weil er immer noch nicht begriff, was Muth ihm zeigen wollte.
  »Die Mütze!«, sagte sie.
  »Schapka«, korrigierte Kalkbrenner, der endlich sah, wie an einem der Stände eine verlockend warme Fellmütze ihren Besitzer wechselte. »Und wenn mich nicht alles täuscht, ist das sogar eine Original-Schapka aus russischen Militärbeständen.«
  »Das kannst du erkennen?«, zweifelte Muth.
  »Und ob. Schließlich bin ich im Osten aufgewachsen.« Kalkbrenner baute sich vor dem nächstbesten Trödeltisch auf. »Ich hätte gerne auch eine Schapka.«
  Der Händler hob unter seinem schweren Mantel bedauernd die Schultern. »Schapka nix mehr.«
  »Wie? Nix mehr?«
  »Ich nix mehr Schapka. Schapka aus.«
  »Sie meinen: Ausverkauft?«
  Der Händler nickte übereifrig. »Ja, Winter kalt. Alle kaufen Schapka.«
  Kalkbrenner machte kehrt und wollte zum nächsten Tisch eilen. Der Trödler hielt ihn mit der einen Hand zurück, mit der anderen holte er in einer Geste aus, die ganz Berlin umfasste. »Alle Schapka aus.« Er griff nach einem alten Vopo-Mantel, den eine Eisschicht überzogen hatte. Trotzdem entwich dem grünen Stoff ein muffiger Geruch. »Aber Jacke da.«
  Kalkbrenner klopfte sich auf die Brust. »Sehe ich so aus, als bräuchte ich noch einen Jacke?« Missmutig vergrub er die Hände in die Manteltaschen. »Können Sie mir wenigstens sagen, wo wir Herrn Stankowski finden?«
  Der Trödler neigte den Kopf. »Was?«
  Ein Windstoß fegte über Kalkbrenner hinweg. Er schauderte und fragte sich, was zum Teufel er hier eigentlich zu suchen hatte. »Ich suche Juri Stankowski. Haben Sie verstanden? Juri … Stankowski … wo?«
  Jetzt grinste der Straßenhändler und entblößte dabei ein Gebiss mit einem halben Dutzend schwarzer Löcher. Er zeigte hinüber zum Checkpoint Charlie. »Da.«
  »Da sitzt keiner«, erklärte Kalkbrenner.
  »Da«, wiederholte der Trödler und deutete mit der Hand einen Bogen in die Zimmerstraße an.
  Tatsächlich hockte der Gesuchte etwas abseits in der Nebenstraße, grimmig hinter einem Trödeltisch voller Plunder verborgen. Sein bleiches Gesicht, das zwischen einer zerrupften Schapka und einem dicken Wollschal hervor lugte, war von tiefen Sorgenfalten zerfurcht. Den Oberkörper verbarg er bis zum Hals unter einer Wolldecke. Seine Füße, die in hohen Winterstiefeln mit Fellbesatz steckten, lagen auf einem großen Pappkarton, in dem er vermutlich noch mehr DDR-Ramsch aufbewahrte. Als Stankowski die beiden Gestalten nahen sah, lächelte er in der Hoffnung auf ein Geschäft. Doch die Freude erlosch, als Kalkbrenner und Muth sich als Kriminalbeamte auswiesen. »Wir kommen wegen Ihrer Frau Lydia.«
  »Ja«, antwortete Stankowski. »Das habe ich mir fast gedacht.«
  »Lydias Bruder hat sie als vermisst gemeldet.«
  Der Händler nickte.
  »Sie vermissen Ihre Frau nicht?«
  Nun schüttelte er den Kopf.
  Kalkbrenner und Muth wechselten einen überraschten Blick. »Aber Lydia ist doch verschwunden, oder nicht?«
  Wieder ein Kopfnicken.
  »Seit wann ist sie denn verschwunden?«
  Stankowski dachte kurz nach. »Zwei Wochen.«
  »Und Sie haben sich keine Sorgen gemacht?«
  Er zuckte mit den Achseln. »Reise«, flüsterte er.
  Kalkbrenner beugte sich vor. »Wie bitte?«
  »Sie ist verreist.«
  »Verreist?«, wiederholte Kalkbrenner, weil er sich noch immer nicht sicher war, ob er richtig verstanden hatte.
  »Ja«, bestätigte der Händler.
  Kalkbrenner ließ einen Moment verstreichen. Weil Stankowski nichts weiter sagte, fragte er schließlich: »Wie kommen Sie darauf?«
  »Wegen der Arbeit.«
  Wieder vergingen einige Sekunden. »Wegen der Arbeit?«
  Der Händler seufzte. »Meine Arbeit hat … Lydia nicht gepasst.«
  »Hat es deswegen wiederholt Streit zwischen Ihnen und Ihrer Frau gegeben? Lydias Bruder erwähnte …«
  »Ja, Streit«, unterbrach Stankowski und hustete. »Das stimmt. Immer wieder gab es Streit.« Er verfiel erneut in Schweigen, durchbrochen nur vom Rasseln seiner Lunge.
  »Worüber haben Sie gestritten?«, erkundigte sich Muth.
  Stankowski raffte die Decke enger um den Körper. Seine Stimme war ein heiseres Flüstern. Die beiden Beamten mussten nähertreten, um ihn zu verstehen. »Lydia wollte was erleben«, nuschelte er. »Sie wollte in Urlaub fahren, raus aus der Kälte hier. Um die Welt reisen. Warme Strände, wissen Sie?« Er stöhnte und es klang, als würde er jeden Moment seinen letzten Atemzug tun. »Aber es stimmt ja …« Seine Hand kam unter der Decke zum Vorschein und deutete beschämt auf die Relikte einer vergangenen Zeit. »… viel kann man damit nicht verdienen.«
  »Warum haben Sie sich keine andere Arbeit gesucht?«
  »Das hat Lydia auch gesagt. Immer wieder.« Stankowski sog die Luft ein. »Aber in meinem Alter? Ich bin 59. Glauben Sie, da finde ich noch was? Hier in Berlin? Das habe ich ihr gesagt, wissen Sie?« Wütend rückte er einige Orden auf dem Tisch zurecht, bevor er seine zitternde Hand wieder unter die Decke zog. »Nee, das hier ist das Einzige, was ich kriege.«
  »Also glauben Sie, Ihre Frau hat Sie verlassen?«, unterbrach Kalkbrenner.
  Stankowski zögerte, dann nickte er. »Lydia sagte, irgendwann würde ich mich schon umsehen. Irgendwann sei sie weg. Auf Reisen. Um die Welt. Endlich. Das hat sie gesagt. Immer wieder. Und ich …«
  Eine Gruppe älterer Touristen trat an den Tisch und begann, in einem Mischmasch aus Englisch und Deutsch auf den Verkäufer einzureden. »Wir … coming … from Neuseeland.«
  »Ah«, machte Stankowski.
  »Es ist … very cold … in Germany.« Sie zeigten auf Stankowskis Kopfbedeckung. Er nickte verstehend, schob die Decke beiseite, erhob sich von seinem Schemel und zog den Karton unter dem Tisch hervor. Er klappte den Deckel auf und brachte nagelneue Schapkas zum Vorschein.
  »Sie haben noch welche?«, staunte Kalkbrenner.
  »Ja, ja.« Stankowski reichte den Leuten aus Übersee die Mützen, während er ihr Geld dankend in Empfang nahm.
  »Haben Sie auch noch eine für mich?«, erkundigte sich Kalkbrenner.
  Der Händler händigte ihm wortlos eine Mütze aus. 
  Kalkbrenner blätterte das Geld auf den Tisch. »Wie kommt es, dass Sie noch welche haben, und die anderen … Moment mal!« Er wog die Schapka prüfend in den Händen. »Das ist zwar gut gemacht, aber … Ich bin damit aufgewachsen, ich kenne diese Mützen.« Er befühlte das glatte Leder im Innern und das weiche Fell außen. »Das ist keine echte Schapka aus Russland, oder?«
  »Nein«, gestand Stankowski. »Selbstgemacht, wissen Sie? Ich bin gelernter Hutmacher.« Er nickte in Richtung Friedrichstraße. »Aber das brauchen die da drüben nicht zu erfahren.« Er klappte die Kiste zu, schob sie zurück unter den Tisch. »Würde nur Ärger bedeuten.«
  Kalkbrenner zog sich die Mütze über den kalten Schädel. Muth grinste. Dann nahm sie eines der Militärabzeichen vom Tisch, ein russischer Verdienstorden, und hielt es sich vor die Augen. »Aber das ist nicht selbstgemacht, oder?«
  Stankowski wischte sich die Nase. »Die beschafft mir ein alter Freund aus Polen.«
  »Aus Polen?« Jetzt griff Muth nach einem farbigen Stück Beton. »Etwa auch die Mauerreste?«
  Stankowski lächelte gequält. »Natürlich nicht. Die besorge ich hier in Berlin.«
  »Und die sind tatsächlich echt?«, zweifelte Kalkbrenner.
  Stankowski stellte eine entrüstete Miene zur Schau. »Was denken Sie denn?«
  »Aber die NVA-Uniformen, die Vopo-Mäntel, die gibt es doch auch nur noch in begrenzter Stückzahl, oder? Ich meine, 20 Jahre nach der Wende dürfte deren Kontingent doch bald …«
  »Es gibt noch eine Menge!« Stankowski plumpste zurück auf seinen Schemel. Er breitete die Decke über sich aus. »Man braucht nur Beziehungen. Muss wissen, wie man drankommt.«
  »Zum Beispiel in Polen?«
  »Ja, zum Beispiel.«
  »Und das wird tatsächlich gekauft?«, argwöhnte Muth.
  »Ja, von den Touristen. Leute aus aller Welt. Auch 20 Jahre nach der Wende noch.« Stankowski hustete und seine Lunge rasselte unter der Anstrengung. »Und es reicht für die Miete. Und eine warme Mahlzeit am Tag.« Er schüttelte traurig den Kopf. »Aber nicht für einen Urlaub.«
  Darauf gab es nicht viel zu erwidern. Die beiden Polizisten verabschiedeten sich und eilten zurück zum Wagen. Als sie den Passat erreichten, fragte Muth: »Und? Was glaubst du?«
  Kalkbrenner entriegelte die Autotüren und fiel auf den Fahrersitz. »Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Frau ihren Mann verlässt.« Er sah zu dem Straßenhändler zurück. »Gute Gründe hat sie ja.«
  »Er kann einem leidtun«, meinte Muth. »Ich kann mir Besseres vorstellen, als in der Kälte zu hocken und diesen Ramsch zu verscherbeln.«
  »Stimmt.« Kalkbrenner zupfte sich die Schapka vom Kopf, strich mit der Hand über das weiche Fell, dann warf er sie auf die Rückbank. »Trotzdem bleibt die Frage, warum seine Frau nicht wenigstens ihrem Bruder Bescheid gegeben hat, bevor sie durchgebrannt ist.«
  »Du meinst …?!«
  Kalkbrenner startete den Wagen. »Zumindest sollten wir eine Spur von ihr finden. Im Reisebüro. Am Bahnhof. Am Flughafen. Irgendwo.«
  »Und wenn nicht?«
  Er schaltete die Heizung an. Eine warme Brise erfüllte das Wageninnere. Kalkbrenner atmete durch. »Dann hoffen wir, dass wir bei Stankowski eine Spur von ihr finden.«

Juri Stankowski schaute den Beamten hinterher. Als sie mit ihrem Wagen von der Friedrichstraße auf die Leipziger Straße bogen, näherte sich ein junges Pärchen seinem Stand. Die Worte, die die Teenager miteinander wechselten, klangen nach Spanien. Vielleicht aber auch Portugal. Egal, die eisigen Temperaturen machten dem Mädchen ganz schön zu schaffen. Sie zitterte unter ihrer Jacke, rieb sich die Hände, hielt sich die frierenden Ohren.
  Dir kann geholfen werden, dachte Stankowski und erhob sich von seinem Schemel. Schnell zog er den Karton hervor, öffnete den Deckel und brachte eine weitere Schapka zum Vorschein. Er schwenkte sie mit den Händen und rief: »Braucht ihr eine warme Mütze?«
  Neugierig blieb das Pärchen stehen.
  Stankowski lächelte. »Diese Mützen sind etwas besonderes, wisst ihr?«
  Die Teenager blickten ihn irritiert an. Sie verstanden offenbar kein Wort.
  Stankowski streichelte das Fell der Mütze. Der Junge nahm sie an sich, setzte sie seiner Freundin auf. Sie lachten über den Anblick. Aber das Mädchen ließ erkennen, dass es genau das war, was die Kälte erträglicher machte.
  Nachdem es bezahlt hatte, winkte Stankowski dem verliebten Pärchen hinterher. Dann beugte er sich zur Kiste hinab und entnahm ihr eine weitere Schapka. Versonnen fuhren seine Finger über das Leder im Innern. Wie glatte Haut, dachte er und strich durch das Fell. Wie echtes Haar. »Jetzt bist du also endlich auf Reisen.« Er lächelte. »Viel Spaß in Spanien. Portugal. Neuseeland. Oder wo auch immer, mein Schatz.«

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